Paarberatung - Paarberatung und Supervision

Anna Blees, Beratungspraxis
Beratungspraxis Anna Blees
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Zur Wirksamkeit von
emotionsfokussierter Paarberatung

Wieso ist eine bindungsorientiere, emotionsfokussierte Paarberatung so wirksam?

Die Emotionsfokussierte Paartherapie (kurz EFT) wurde von Dr. Sue Johnson konzeptorientiert und unter begleitender empirischer Prozessforschung entwickelt. Es ist ein Ansatz, der sich auf die ganze Person und den Kontext richtet, in dem die Symptome entstanden sind. Sie bietet einen ganzheitlichen Erklärungsrahmen zu der Frage, "... wer wir sind, wie wir uns als Individuen und als soziale Beziehungswesen entwickeln und welche biologischen Imperative unser Verhalten bestimmen." (Johnson 2020: 38)

Dabei wird die Emotionsfokussierte Paartherapie von drei grundlegenden Annahmen getragen, die sich durch die begleitenden Forschung belegt haben.

1. Der Bindungstheorie, die das Individuum im Kontext seiner engsten, intimsten Beziehungen zu anderen Menschen sieht und die Bindung als entscheidende und bedeutendste menschliche Überlebensstrategie:"Die Bindungstheorie beschreibt die enge Verbundenheit mit anderen, denen wir vertrauen, als die ökologische Nische, in der das menschliche Gehirn, das Nervensystem und die maßgeblichen Verhaltensmuster sich entwickelt haben, und als den Kontext, in dem sich unser Selbst optimal entfalten kann." (Johnson 2020: 19)

2. Der Theorie der Emotionen und deren Regulation. Existenzielle Ängste und Erfahrungen, wie Hilflosigkeit, Verletzlichkeit, Isolation, Einsamkeit und Verlust und der Umgang mit diesen Erfahrungen in einer Weise, die unserer Lebendigkeit und Resilienz zuträglich sind.

3. Der Annahme, dass Entwicklung und flexible Anpassung möglich ist und dass Faktoren, die dem dienlich und hinderlich sind eindeutig zu identifizieren sind.




Wie lässt sich eine sichere Bindung fördern?


Um uns selbst wirksam zu verändern, sollten wir wissen wer wir sind:

"Wir sind sozial lebende, bindungssuchende Säugetiere" -
"die Co-Regulation der Emotionen und die Verbundenheit mit anderen
ist unsere grundlegendste Strategie, um zu überleben und zu gedeihen.
Sie ist unsere beste Orientierungshilfe auf dem Weg zu Sicherheit und Gesundheit."

(Johnson 2020: 38)


Eine Paarbeziehung wird vom wechselseitigem Vertrauen getragen, auch schwierige Situationen, Stress und Missverständnisse miteinander durchleben zu können, ohne größere Ängste auszustehen und sich dauerhaft zu verlieren. Zwischenmenschliche Reaktionen (Angriff, Flucht, Erstarren) auf Überforderung und Stress, die uns vor Bindungsverlust schützen sollen, verdecken unsere tieferliegenden, verletzlicheren Bedürfnisse nach Nähe, Zweisamkeit und Geborgenheit.

Stress und Missverständnisse sind die häufigsten Auslöser von Bindungsverunsicherungen. Sie erschüttern dann dieses wechselseitige Vertrauen und können so Ängste aktivieren.


Die beiden häufigsten Wahrnehmungen in solchen Situationen sind
das Gefühl des "alleinseins" und das Gefühl "nicht zu genügen".


Bei Paaren, die Beziehungsstress miteinander erleben, findet in der Regel eine unbeabsichtigte Wiederholung bestimmter Reaktions- und Verhaltensmuster statt. Diese Konfliktkreisläufe und die damit in Verbindung stehenden Emotionen und Verhaltensweisen zu erkennen und eine unmittelbare Veränderung im Miteinander zu erfahren, ist das Ziel der emotionsfokussierten Paarberatung. Sie lernen neben Ihren Eigenen, auch das Verhalten und die Emotionen Ihrer Bezugsperson im Licht der Bindungssicherheit zu verstehen. Dieser gemeinsame Entwicklungsprozess ermöglicht es in aller Regel, den Stresspegel in der Beziehung deutlich zu reduzieren und sogleich die emotionale Erreichbarkeit, Verbundenheit und Sicherheit zu stärken.


"Die Sehnsucht nach einer "gefühlten Wahrnehmung" (felt sense) zwischenmenschlicher Verbundenheit
steht in der Hierarchie unserer Ziele und Bedürfnisse an oberster Stelle."
(Johnson 2020: 19)



Vgl. dazu unter anderem:
Johnson, Susan M. (2020) Bindungstheorie in der Praxis. Emotionsfokussierte Therapie mit Einzelnen, Paaren und Familien. Junkfermann Verlag. Paderborn.
Roesler, Christian (2019) Emotionsfokussierte Paartherapie: Theoretische Begründung, therapeutische Methodik und Wirksamkeit in: Die Psychotherapie, Heft 64, Seite 385-389.


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